Politischer CSU-„Ascherdonnerstag“ mit viel Energie – „Nur wir schaffen die Energiewende am besten“

Das politische Fischessen der CSU im Münchner Westen stand heuer weniger unter dem Motto „Generalangriff“ auf den politischen Gegner, sondern unter dem Vorzeichen der Energiewende. Nicht verwunderlich, war der Hauptredner doch der bayerische Umwelt- und Gesundheitsminister, Dr. Marcel Huber, ein Nachfolger im Amt des Landtagsabgeordneten im Münchner Westen, Dr. Otmar Bernhard. Rund 150 Gäste begrüßte der Kreisvorsitzende, Stadtrat und designierte OB-Kandidat, Josef Schmid. Neben den bereits genannten war auch sonst einige Politprominenz aus dem Münchner Westen anwesend: Bezirksrätin Barbara Kuhn, das Urgestein Peter Schmidhuber, die CSU Ortsvorsitzenden Andreas Bauer (Laim-West), Sven Wackermann (Pasing), Frieder Vogelsgesang (Obermenzing), Heinz Zellner (Lochhausen-Langwied), Bernhard Loos (Neuhausen-Nymphenburg). Auch der Chefredakteur des Bayernkuriers, Peter Hausmann, lauschte interessiert den Ausführungen der Redner.

Josef Schmid: „Die CSU ist die erfolgreichste Öko-Partei“
„Nur die CSU kann die Energiewende schaffen“, beteuerte Josef Schmid und verwies auf die zahlreichen CSU-Initiativen im Münchner Stadtrat zum Umweltschutz, von photokatalytischen Straßenbelägen und Wandandstrichen zur CO2-Reduzierung über Wärmegewinnung aus Abwasser bis hin zur Kartierung von städtischen Wärmeinseln zur Nutzung von Geothermie. „Auch Investitionen der Stadtwerke in alternative Energieformen sind immer mit unserer Zustimmung erfolgt“, erklärte Schmid. Er sei froh, dass nun auch bei der Solarinitiative, einem Zusammenschluss aus Politik, Wirtschaft und Verbänden zur Förderung der Solarenergie in München, die BayWa sowie die Südhausbau beigetreten seien. „Da tut sich etwas“, ist Schmid der Überzeugung. An den Renaturierungen von Isar und Würm war die CSU beteiligt, in Person durch den zuständigen Staatsminister, der damals noch Dr. Otmar Bernhard hieß. Aber auch beim Gesundheitsschutz im Münchner Westen sei die CSU führend. Bei der Ansiedlung der umstrittenen Gasabfüllanlage von Air Liquide sei es die CSU gewesen, die ein weiteres Umweltgutachten gefordert, dessen Erstellung durchgesetzt sowie einen Alternativstandort für die Anlage vorgeschlagen habe. „Wir müssen bei aller notwendigen Unterstützung der Wirtschaft auch die Belange der benachbarten Wohnbevölkerung achten und respektieren“, sagte Schmid.

Dr. Marcel Huber: „Otmar Bernhards Geist sitzt mit am Tisch“
Als „komische Situation“ betrachtete es der Hauptredner, Umweltstaatsminister Dr. Marcel Huber, vor Dr. Otmar Bernhard, einem seiner Vorgänger im Amt, zu sprechen. „Dein Geist sitzt immer mit am Tisch“, sagte Huber, der von Bernhard sehr viel gelernt habe und gerne an den Umweltminister Bernhard zurückdenke. Damals war Marcel Huber Staatssekretär im Umweltministerium.
Nach einer Würdigung der hohen Verdienste der CSU in und für Bayern in Sachen Sicherheit, Haushalt und Finanzen sowie Bildung kam Huber zu seinem eigentlichen Thema: Die Energiewende.

Vier „Leitpfosten“ für die Energiewende
Als ersten Leitpfosten nannte Huber, dass sich die Energie für Verbraucher nicht wesentlich verteuern dürfe. Weiter dürfe sich Deutschland nicht vom Ausland abhängig machen. Zudem müsse die Versorgungssicherheit gewähreistet sein und klimaschädliche Auswirkungen der Energiewende vermieden werden.

Drei Voraussetzungen für die erfolgreiche Energiewende
Huber nannte als erste Voraussetzung das Ziel, deutlich Energie einzusparen. Hier sei die Mitwirkung jedes Einzelnen gefragt. Weitere Voraussetzung sei der Netzausbau, die Umstellung auf eine neue Netzstruktur, die an eine dezentrale Stromerzeugung angepasst werden müsse. Gleiches gelte aber auch für die Fernleitungen, die sogenannten „Stromautobahnen“, die ebenfalls ausgebaut werden müssten. Als dritte Voraussetzung nannte Huber das Vorhalten einer entsprechende Stromerzeugungsinfrastruktur zur Abdeckung sowohl der Belastungsspitzen als auch der Grundlast, wobei er bei den Einrichtungen, die nur die Spitzen abdecken sollen, die meisten Probleme beim Auffinden von Investoren ausmachte. Huber sprach sich auch für den Einsatz moderner Regeltechnik und die schnelle Weiterentwicklung von Stromspeichermedien aus, um Energie bei Bedarf auch abrufen zu können.

Huber setze neben der Methanisierung (Speicherung von überschüssigen Strom, etwa aus Windkraft oder Photovoltaik, als klimaneutrales Methan in vorhandenen Gasometern und Gasleitungen) auch auf die Wasserkraft, bei der durch die Verbesserung der Turbinentechnik noch viel Potenzial vorhanden sei. Auch bei den Energieformen der Windenergie, des Biogases, der Geothermie und Photovoltaik seien noch Steigerungen möglich. Um diese regenerativen Energien verstärkt nutzbar zu machen, müssten alle Anstrengungen unternommen werden. „Die Energiewende hat viele Facetten“, sagte Huber. „Wir müssen noch viel leisten, wir haben aber auch schon einiges erreicht.“ Man müsse den Energiewandel aus dem Blickwinkel der Wirtschaft und des Forschungs- und Entwicklungspotenzials sehen. „Wer soll die Energiewende schaffen, wenn nicht wir?“, stellte Huber rhetorisch in den Raum. „Deswegen gehen wir sie mutig und beherzt an.“

Dr. Otmar Bernhard: Die CSU macht seit Jahrzehnten erfolgreiche Umweltpolitik
Der ehemalige Umweltminister und Landtagsabgeordnete für den Münchner Westen, Dr. Otmar Bernhard, wies auf die jahrzehntelange erfolgreiche Umweltpolitik der CSU hin: Für die CSU sei dabei immer ein „Dreiklang“ aus Umweltschutz, wirtschaftlicher Entwicklung und sozialem Ausgleich entscheidend. Auch er bezeichnete die Energiewende als große Herausforderung. Der Umweltschutz insgesamt sowie die Nachhaltigkeit seien gerade in München ein wichtiges Thema, weswegen er bei Marcel Huber um Minister-Unterstützung warb.