A 99 Nord-West / Tunnel Aubing und Allach – Verkehrsoffensive im Westen – Gespräch bei der Autobahndirektion Südbayern

Der Landtagsabgeordnete für den Münchner Westen Staatsminister a.D. Dr. Otmar Bernhard war kürzlich zusammen mit Lokalpolitikern aus seinem Stimmkreis zu einem Gespräch bei der Autobahndirektion Südbayern. Dort wurden Otmar Bernhard, die Stadträte Alexandra Gaßmann, Heike Kainz und Johann Sauerer sowie Bezirksrätin Barbara Kuhn vom Präsidenten der Autobahndirektion Südbayern, Professor Wolfgang Wüst, empfangen. Themen waren die Temporäre Seitenstreifenfreigabe (TSF) und die geplante dritte Röhre für den Allacher Tunnel, der 6-streifige Ausbau der A 99 vom Autobahndreieck München Süd-West bis zum Autobahnkreuz München-West nördlich des Tunnels Aubing.

Allacher Tunnel: Temporäre Seitenstreifenfreigabe (TSF) und dritte Röhre

Aufgrund der wiederholten Blockabfertigungen und langen Verkehrsstaus im Allacher Tunnel begrüßen die CSU-Politiker aus dem Münchner Westen, dass die Autobahndirektion Südbayern eine TSF zwischen den Autobahndreiecken München-Allach und München-Feldmoching plant. Täglich rollen rund 130.000 Fahrzeuge durch den Allacher Tunnel. Um eine baldige Verbesserung der Verkehrssituation im Umfeld des Tunnels herbeizuführen soll die die TSF bis 2020 umgesetzt werden. Bis Mitte 2017 soll dazu ein erster Planungsentwurf vorliegen. „Das wäre bundesweit das erste Mal, dass so eine Maßnahme in einem Tunnel realisiert wird“, erklärt dazu die Autobahndirektion. Die Umsetzung der TSF im Allacher Tunnel wird wahrscheinlich eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h erfordern und ist vor allem eine sicherheitstechnische Frage, was die lange Vorlaufzeit erklärt. Die Kosten dafür werden im zweistelligen Millionenbereich liegen.

„Dauerhaft wird aber nur eine zusätzliche dritte Röhre die Verkehrsproblematik im Allacher Tunnel lösen“, so Bernhard. Dazu gibt es bereits Vorüberlegungen seitens der Autobahndirektion Südbayern. In den bestehenden beiden Röhren würde der Verkehr dann Richtung Westen fließen, in der neuen, dritten Röhre nach Osten. Diese soll südlich des bestehenden Tunnels gebaut werden. Das Vorhaben ist Teil des 8-streifigen Ausbaus der A 99 von Allach bis Feldmoching und im neuen Bundesverkehrswegeplan 2030 im Vordringlichen Bedarf enthalten.

Ausbau der A 99 Süd-West bis zum Autobahnkreuz München-West auf sechs Streifen

Die A 99 wird im Abschnitt zwischen dem Autobahndreieck München Süd-West an der A 96 (Lindau) und dem Autobahnkreuz München West an der A 8 (Stuttgart) von vier auf sechs Streifen ausgebaut. Derzeit befahren rund 90.000 Fahrzeuge diesen Streckenabschnitt. Der Aubinger Tunnel ist für diese Erweiterung bereits ausgelegt. Im Tunnel wird dabei der jetzige Standstreifen zum Fahrstreifen umgewandelt. Die detaillierten Planungen werden zeitnah aufgenommen. Das Projekt ist im Bundesverkehrswegeplan enthalten und erfordert voraussichtlich keinen Grunderwerb.

 Autobahnkreuz München-West

Auch für das Autobahnkreuz München-West gibt es Überlegungen zur Verbesserung der Verkehrsabwicklung. „Dabei müssen vor allen Dingen mögliche Auswirkungen auf den innerstädtischen Verkehr noch genau geprüft werden“, so die Stadträte Heike Kainz und Hansi Sauerer und die aus Lochhausen stammende Bezirksrätin Barbara Kuhn.

Bernhard: „Ringschluss im Süden unvermeidlich“

Die bestehende A 99 ist mit derzeit bis zu 160.000 Fahrzeugen täglich eine der meist frequentierten Straßen in Europa. Ihre Kapazitäten sind längst erschöpft, die Erweiterung auf sechs- bzw. acht Fahrstreifen wird nur vorübergehend Erleichterung bringen. „Die Gesellschaft hat ein gesteigertes Mobilitätsbedürfnis, bis 2030 soll der Lkw-Verkehr um 39% zunehmen, der Pkw-Verkehr um 10%“, so Bernhard. „Perspektivisch macht das einen Autobahn-Ringschluss im Süden unvermeidlich.“ Dabei verweist der Landtagsabgeordnete auf die Machbarkeitsstudie der Autobahndirektion Südbayern vom Mai 2010. Danach ist der Autobahn Südring machbar und wirtschaftlich sinnvoll. „Durch die unterirdische Trassenführung im Würm- und Isartal ist er ökologisch vertretbar und dem Schutz der Bevölkerung wird dadurch ebenfalls Rechnung getragen“, so der CSU-Politiker, „deshalb werde ich weiterhin für das Projekt kämpfen.“